Flatterflügel (2006)
für Akkordeon und Live-Elektronik
(Auftragswerk des Deutschlandfunk anlässlich 100. Geburtstag von Hannah Arendt)

In einem Martin Heidegger gewidmeten Text von Hannah Arendt, wo es um das Denken und den Denker geht, werden unter anderem zwei Eigenschaften des Denkers angesprochen. Die eine ist seine Fähigkeit, "das eigentlich Resultathafte seines Gedachten aufzulösen und zwar einfach dadurch, daß er es aufs neue bedenkt." Die andere ist (im besonderen auf Heidegger bezogen) die Annahme des Denkens und des damit verbundenen Einsamseins als sein Wohnsitz, welcher trotz stürmischer Züge ein "Ort der Stille" ist. Diese faszinierenden Gedanken dienten dem Stück als ideelle Grundlage.
Der Titel bezieht sich auf einen Vergleich – spinnt man den Grundgedanken fort – des werdenden Denkers, der seinen Wohnsitz sucht, mit dem Schatten Zarathustras in Nietzsches "Buch für Alle und Keinen", der mit seinem Flatterflügel und zerbrochenen Rückgrat auf der Suche nach einem Heim ist.

UA: 18. Oktober 2006, Akademie der Künste Berlin
Margit Kern, Akkordeon

s. Cds

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