Mein ganzer Mensch (2007)
für 2 Theremine, Akkordeon und Klavier

Im Nachhinein würde ich dieses Werk als eine Art Beobachtung einiger verschiedener Aspekte von Religiosität bezeichnen wollen, wobei es sich nicht um eine besondere Religion handelt, sondern diese als ein allgemeines Phänomen in Betracht zieht. Ich möchte es lieber vermeiden diesen Aspekten konkrete Namen zu geben, obwohl es durchaus möglich wäre, diese zumindest zu versuchen. Dadurch würde aber eine vollkommen objektive Betrachtung suggeriert, die hier gar nicht der Fall ist. Hier wird eher – wenn auch nur teilweise – die Grenze zwischen dem Subjekt des Beobachters und dem Objekt des Beobachteten verwischt, ähnlich wie in einem Gespräch über ein heiliges Thema, in einem "heiligen Gespräch" (Robert Musil), wo es versucht wird, sich in einer fantastischen Welt an etwas Unbeschreibliches heranzutasten. Dabei scheint es unerlässlich zu sein, die Rolle des distanzierten Betrachters ab und an preiszugeben und sich zuweilen in die Strömungen dieser Welt hineinzugeben. Mir ging es beim Komponieren dieses Werkes ähnlich.
Der Titel stammt aus dem Psalm 63 in lutherischer Übersetzung, der einigen Teilen des Werkes als Grundlage dient.

UA: 4. November 2007, Klangwerkstatt Berlin, Ballhaus Naunynstraße
Lydia Kavina und Barabara Buchholz, Theremin
Nancy Laufer, Akkordeon
Heather O'Donnell, Klavier

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