Diese Website verwenden Dienste von Drittanbietern wie YouTube, Vimeo und SoundCloud, die Cookies
einsetzen.
Flatterflügel (2006)
für Akkordeon und Live-Elektronik
(Auftragswerk des Deutschlandfunk anlässlich 100. Geburtstag von Hannah
Arendt)
In einem Martin Heidegger gewidmeten Text von Hannah Arendt, wo es um
das Denken und den Denker geht, werden unter anderem zwei Eigenschaften
des Denkers angesprochen. Die eine ist seine Fähigkeit, „das eigentlich
Resultathafte seines Gedachten aufzulösen und zwar einfach dadurch, daß
er es aufs neue bedenkt.“ Die andere ist (im besonderen auf Heidegger
bezogen) die Annahme des Denkens und des damit verbundenen Einsamseins
als sein Wohnsitz, welcher trotz stürmischer Züge ein „Ort der Stille“
ist. Diese faszinierenden Gedanken dienten dem Stück als ideelle
Grundlage.
Der Titel bezieht sich auf einen Vergleich – spinnt man den
Grundgedanken fort – des werdenden Denkers, der seinen Wohnsitz sucht,
mit dem Schatten Zarathustras in Nietzsches „Buch für Alle und Keinen“ (Also sprach Zarathustra),
der mit seinem Flatterflügel und zerbrochenen Rückgrat auf der Suche
nach einem Heim ist.
UA: 18. Oktober 2006, Akademie der Künste Berlin
Margit Kern, Akkordeon